Therapieformen - Wie wird Ozon verabreicht?


Behandlung Ozontherapie

Vor einer Ozonbehandlung stehen immer eine gründliche Untersuchung und eine genaue Diagnose. In Absprache mit dem Patienten wird dann die geeignete Behandlungsform gewählt. Behandelt wird immer mit einem Gasgemisch aus medizinischem Sauerstoff und Ozon, der Ozonanteil liegt dabei im Mikrogrammbereich (μg). Aus verständlichen Gründen spricht man aber von Ozon – im medizinischen Kontext ist damit immer das Ozon-Sauerstoffgemisch gemeint.

Da Ozon eine sehr instabile Verbindung ist, kann es nicht einfach wie beispielsweise Sauerstoff, CO2 oder andere Gase gespeichert werden. Der Wirkstoff Ozon wird »vor Ort« mit einem Ozongerät aus medizinischem Sauerstoff erzeugt. 

Auf Anwendungs- und Dosierungsempfehlungen zu den verschiedenen Applikationsformen haben sich 26 nationale und internationale Ozontherapie-Verbände und Medizinische Ozongesellschaften in der " Deklaration von Madrid über die Ozontherapie" geeinigt.

Erste Eindrücke schildert Ihnen das folgende Video, am Beispiel der großen Eigenbluttherapie:

Große Eigenblutbehandlung

 

Etwa 100 ml Blut wird dem Patienten aus der Armvene entnommen, in einer sterilen Flasche mit Ozon angereichert und anschließend als Infusion wieder zugeführt. Diese Behandlung erzielt ihre hohe Wirksamkeit durch die Aktivierung von Stoffwechselprozessen in den roten und weißen Blutkörperchen. Die Behandlung wird ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. In der Regel werden 10 bis 15 Behandlungen in einem Therapiezyklus durchgeführt. 

 

Anwendungsbeispiele

 

• Durchblutungsstörungen
• Infektionen
• Altersbeschwerden
• Regeneration

 

Kleine Eigenblutbehandlung

 

Aus einer Vene wird dem Patienten Blut entnommen und in der Spritze mit Ozon vermengt. Das angereicherte Blut wird dem Patienten in den Gesäßmuskel oder unter die Haut zurückgespritzt. Das Immunsystem reagiert auf diesen Reiz mit verstärkter Aktivität und vermehrter Bildung von Antikörpern. Eine Behandlung dauert etwa 10 Minuten.

 

Anwendungsbeispiele

 

• Allergien
• Infektionen
• Immunaktivierung
• Lebererkrankungen 

 

Beutelbehandlung (Ozonbegasung)

 

Zur äußeren Anwendung von Ozon isoliert man die betroffene Körperstelle mit einem Kunststoffbeutel. Ein Gemisch aus Ozon und Sauerstoff wird eingeleitet und nach der Einwirkzeit wieder abgesaugt. Das Ozon desinfiziert, regt die Durchblutung an und beschleunigt die Wundheilung. Eine Behandlung dauert etwa 20 Minuten.

 

Anwendungsbeispiele

 

• Abszesse
• Wunden
• Infektionen

 

Ozon-Glockenbehandlung 

 

Mit einer Glasglocke (ähnlich einem Schröpfglas) wird das zu behandelnde Körperteil isoliert. Bei leichtem Unterdruck wird ein kontinuierlicher Gasfluss für 5 bis 10 Minuten durch die Glocke geleitet. Das einwirkende Ozon verbessert durch seine mikrobiziden Eigenschaften die Wundheilung, die Ozonunterdruckbehandlung begünstigt die Wundreinigung und die Gewebedurchblutung.

 

Anwendungsbeispiele

 

• Dekubitus
• diabetische Gangrän
• Fisteln
• schlecht heilende Wunden

 

Ozonisiertes Wasser

 

Reines Wasser kann sehr einfach mit Ozon angereichert werden. Da die Löslichkeit von Ozon in Wasser begrenzt und die Sättigung schnell erreicht ist, ist die Behandlung von Hautkrankheiten und -verletzungen eine sichere und einfach dosierbare Anwendung. Die Applikation erfolgt als Spray oder Kompresse. Vor allem die desinfizierende Wirkung des Ozons verbessert den Heilungsprozess.

 

Anwendungsbeispiele

 

• Abszesse
• Wunden
• Infektionen

 

Intradiskale Infiltration (Ozonnukleolyse)

 

Das Einspritzen von Ozon in die Bandscheibe erfolgt unter Kontrolle mit bildgebenden Verfahren (Röntgen/MRT). Ozon vermindert den Wassergehalt und lässt den Bandscheibenkern schrumpfen, zusätzlich fördert es die Durchblutung und wirkt entzündungshemmend. Diese mikroinvasive Methode ist eine risikoarme Alternative zur chirurgischen Operation der Bandscheibe, mit einer Erfolgsquote von 69 Prozent (bei ca. 18 Prozent der Patienten ist ein weiterer Eingriff erforderlich).

 

Anwendungsbeispiele

 

• Diskusdegeneration
• Prolaps

 

Intraartikuläre Injektion

 

Infiltrationen mit Ozon (1 bis 20 ml Volumen, entsprechend der Gelenkgröße) zur Entzündungs- hemmung und Immunaktivierung, vor allem bei Schulter- und Kniegelenkserkrankungen.

 

Anwendungsbeispiele

 

• rheumatoide Arthritis
• Arthrosen
• Gonarthrosen

 

Rektale Insufflation

 

Die rektale Insufflation mit Ozon hat eine desinfizierende, entzündungshemmende und immun- aktivierende Wirkung. Angewandt wird sie bei entzündlichen Darmerkrankungen oder Verletzungen des Gewebes. Dazu werden Gasvolumen von 50 bis 300 ml Ozon, z.B. mit einer Blasenspritze mit Katheter, verabreicht. Oft ist eine Behandlungsserie mit 10 Anwendungen bereits ausreichend.

 

Anwendungsbeispiele

 
• Proktitis
• Colitis

 

 

 

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